Diango Hernández

Neues Rheinland. Die postironische Generation
Museum Morsbroich, Leverkusen, Germany
28 November 2010 – 13 February 2011

www.museum-morsbroich.de

 

Die Ausstellung Neues Rheinland. Die postironische Generation zeigte zum ersten Mal eine umfassende Museumspräsentation von Künstlerinnen und Künstlern, die überwiegend in den 1970er Jahren geboren wurden und heute im Rheinland leben und arbeiten. 

Mit insgesamt 30 Positionen entwarf sie das Panorama einer Generation, die nach den bereits historischen Strömungen des Rheinlandes – von der ZERO-Kunst bis zu den nachmodernen Protagonisten der 1980er Jahre – erneut von einem gemeinsamen Interesse an spezifischen Themen geleitet ist: Aus der Ablehnung einer distanzierten, ironischen Haltung, wie sie seit den 1980er Jahren sowohl den gesellschaftlichen als auch den kunstimmanenten Diskurs geprägt hat, hat sich eine neue Hinwendung zu Ernsthaftigkeit, Engagement und Humor entwickelt.

Gewandelte thematische Ansätze wie die Orientierung am Menschen, an seiner Körperlichkeit sowie an seinen Utopien bestimmen die künstlerischen Fragestellungen unserer Tage. In diesem Zusammenhang erproben die Postironiker traditionelle Methoden auf eine neue Weise: Sie konzentrieren sich auf randständige Medien wie Keramiken, Holzdrucke oder Scherenschnitte und suchen eine unverstellte, bisweilen betont handwerkliche Auseinandersetzung mit dem Material, seinen Eigenschaften und Qualitäten sowie seinen metaphorischen Dimensionen.  

Postironisch, in einem durch Ernsthaftigkeit geprägten künstlerischen Prozess nähern sich die Künstlerinnen und Künstler Themenstellungen, die sich durchaus an ausgewählten Positionen der Moderne orientieren können. In zahlreichen präsentierten Medien – von Malereien, Fotografien, Collagen über Installationen, Skulpturen und Rauminterventionen bis hin zu Video- und Animationsfilmen – folgte die Ausstellung den mannigfaltigen Strategien postironischen Denkens. Obwohl die Werke auf Ironie verzichten, bleiben sie dennoch nicht ohne Humor: Genau an diesem Punkt, an der Trennlinie zwischen Ironie und Humor, entfaltet die Präsentation ihre These von einer neuen künstlerischen Generation im Rheinland, das als bedeutender Ausbildungsstandort und weltweit dichteste Region kultureller Institutionen weiterhin einen herausragenden Status als Indikator für internationale Entwicklungen besitzt. 

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Comprising 30 positions, the show devises a panorama of a generation guided by communal interest in specific themes following on from established historic trends in the Rhineland, ranging from ZERO Kunst to the postmodern protagonists from the 1980s: out of the rejection of a remote ironic attitude, which characterized both social as well as the discourse within art since the 1980s, a new inclination towards seriousness and engagement, but also humor, began to develop.

Applied thematic approaches, such as the orientation towards people, their corporeality as well as their utopian ideals, determine the scope of today’s artistic inquiry. In this connection, the post-ironists try out traditional methods in a new way: they concentrate their energies on more marginal media such as ceramics, woodcuts or silhouettes and endeavor to find a natural, at times emphatically crafts-man-like engagement with their chosen materials, their characteristics and qualities, as well as metaphorical dimensions.

The artists in question approach their subject matter which for its part may well be geared towards selected modernist positions in post-ironic fashion and in an artistic process characterized by seriousness. Deploying a large number of diverse media ranging from painting, photography, collage, via installations, sculptures and spatial interventions, all the way to video and animation the exhibition traces the manifold strategies of post-ironic thinking. Although the works refrain from using irony, they are by no means devoid of humor: indeed, it is at this very threshold between irony and humor that the presentation generates its thesis regarding a new artistic generation in the Rhineland, which, as the leading location for art training and the most dense regional concentration worldwide of cultural institutions, possesses unique status as a barometer of international developments.

Installation view: “Neues Rheinland. Die postironische Generation”, Museum Morsbroich, Leverkusen, Germany, 2010
Installation view: “Neues Rheinland. Die postironische Generation”, Museum Morsbroich, Leverkusen, Germany, 2010
Installation view: “Neues Rheinland. Die postironische Generation”, Museum Morsbroich, Leverkusen, Germany, 2010
Installation view: “Neues Rheinland. Die postironische Generation”, Museum Morsbroich, Leverkusen, Germany, 2010