Diango Hernández

Revolution
Kunsthalle Basel
22 January – 12 March 2006

www.kunsthallebasel.ch

Für seine aktuelle Einzelausstellung hat Diango Hernández (*1970, Sancti Spiritus, Kuba) eine neue Installation entwickelt, die sich entlang des ersten Saales im Erdgeschoss der Kunsthalle ausbreitet. Diese ambitionierte Arbeit kombiniert eine Vielzahl von Medien, um eine raffinierte Erzählung zu konstruieren, die eine Reihe von teilweise gewöhnlichen und teilweise tief verschlüsselten Referenzen zu den geschichtlichen Ereignissen des 20. Jahrhunderts, wie auch zu den Entwicklungen in der Kunst, die auf die dramatische und nun in grossem Ausmass mythologisierte Geschichte der Revolution in Kuba folgten, beinhaltet. Hernández‘ Auseinandersetzung mit der Revolution basiert auf der Analyse ihrer Ikonographie und der Rhetorik ihrer Propaganda, wie sie in der alltäglichen Sprache, in politischen Slogans und in der Poster-Kunst benutzt wird. Die Installation benutzt häusliche Objekte wie Stühle und andere Büro- und Wohnmöbel, Haushaltsgegenstände, gefundene Bilder, Schallplatten, alle durchbohrt von einer eisernen Wasserleitung, welche die im Raum befindlichen Objekte zur gleichen Zeit verbindet und zerstört. Die Leitung beginnt am entlegenen Ende des Raumes, wo sie aus zwei, auf einem altmodischen Küchenschrank stehenden, Industrietanks ausgeht, um am Anfang des Raumes ganz trocken in einem Wasserhahn zu enden, der in einer frei im Raum stehenden mit Ölfarbe lackierten Tür steckt. Das System gebogener und gekrümmter Rohre schützt und kontrolliert das Gleichgewicht des Raumes, die Gestaltung hält ihn in einer steifen, zusammenfassenden Umarmung. Die häusliche Gemütlichkeit gibt einer vereinheitlichten Erscheinung staatlicher Infrastruktur nach.
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For his current solo exhibition, Diango Hernández (*1970, Sancti Spiritus, Cuba) has conceived a completely new installation extending along the first room of the ground floor of the Kunsthalle. This ambitious work combines a variety of media to construct an elaborate narrative that involves a number of sometimes common and sometimes deeply coded references to the history of the twentieth century, as well as to the developments in art that followed the dramatic and now to a large extent mythologized history of the revolution in Cuba.
Hernández’s take on revolution is based on the analysis of its iconography and of the rhetoric of its propaganda, as expressed in everyday language, political slogans and poster art. The installation uses domestic objects such as chairs and other office and home furniture, household objects, found images and vinyl records, all pierced by an iron water pipe, which simultaneously connects and destroys the objects set in the room. The pipe begins at the far end of the room, where it runs from two industrial tanks set atop an old fashioned kitchen cupboard, right to the very entrance of the room, with a water tap, dryly sticking out from an oil-painted door, standing free in the space. The system of bent and crooked pipes protects and controls the balance in the room; the design holds the space in a stiff totalising embrace. The domestic cosiness gives way to a unified appearance of state infrastructure.

Installation view: "Revolution", Kunsthalle Basel, 2006
Installation view: "Revolution", Kunsthalle Basel, 2006
Installation view: "Revolution", Kunsthalle Basel, 2006
Installation view: "Revolution", Kunsthalle Basel, 2006
Installation view: "Revolution", Kunsthalle Basel, 2006